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Pflege / Substrat

Das Sukkulenten Substrat – das solltest du beachten!

Frage 100 Gärtner nach dem optimalen Substrat für Deine Sukkulenten, und du wirst mindestens 50 verschiedene Antworten bekommen. – Und Sukkulente ist auch nicht gleich Sukkulente, jede Gattung hat ihre Ansprüche. Aber hier erfährst du alles über das perfekte Sukkulenten Substrat!

Normalerweise versucht man die Zusammensetzung für das Sukkulenten- Substrat seiner Lieblinge so gut wie möglich dem „Boden“ an ihrem Naturstandort nachzuempfinden. Dementsprechend sollte man als Erstes schauen, was über die Bedingungen bekannt ist. Sukkulenten wachsen nicht nur im Hochgebirge und Regenwald, auch in kargen Wüsten und Steppen sowie in Lavalandschaften sind zahlreiche bekannte Arten beheimatet.

Humoses Substrat

Auch bekannt als Torfkultursubstrat. Dieses Substrat beinhaltet krümelige, dunkele Humuserde, verwitterte Lehmbestandteile und feinfaserigen Torfmull.

Torf wird aus trockengelegten Mooren gefördert und ist reich an Nährstoffen. Es besteht aus organischen Pflanzenresten und wird in getrocknetem Zustand auch als Brennmaterial verwendet. Torfabbau ist ein umstrittenes Thema. Beim Kauf wenn möglich auf das RPP-Label achten. RPP bedeutet: Responsibly Produced Peat, also Nachhaltiger Torfabbau.

Torfmull erhöht die Fähigkeit des Substrats, Nährstoffe zu speichern und schafft es dadurch rasche und zu extreme Veränderungen im Substrat abzupuffern. Eine Düngung wirkt in Torf auch länger als bei mineralischen Substraten ohne Ton, welche man öfter und vorsichtiger (mit geringerer Konzentration) düngen muss, weil sie einen Nährstoffüberschuss nicht abpuffern können.

Allerdings kann der Boden mit der Zeit verdichten. In der Folge staut sich das Wasser, und die Durchlüftung des Bodens ist eingeschränkt.

Die Huminsäuren des Torfmulls bewirken eine leicht saure Reaktion der Erde. Dies kann sich in einigen Fällen negativ auf das Wachstum Deiner Sukkulenten auswirken, insofern der torfbedingte saure pH-Wert zu Chlorose führen kann. Insgesamt sollte der pH- Wert auch bei Sukkulenten sieben nicht übersteigen.

Ungenügend verrotteter oder feucht und unter Luftabschluß gelagerter Torfmull kann auch ein Nährboden für Schadpilze sein. Dementsprechend ist rein humoses Substrat bei vielen Sukkulentenfreunden verpönt, es gibt jedoch auch solche, die ihre Pflanzen seit Jahren in humosem Substrat stehen haben, und die sich weiterhin prächtig entwickeln. Es kommt immer auch auf den Standort und die individuellen Gießgewohnheiten an.

Wir raten Torfkultursubstrat nur eingeschränkt und gemischt zu verwenden. Gerade im Winter ist es außerhalb eines Gewächshauses sehr schwer Sukkulenten nur so wenig zu gießen wie sie es benötigen da Torfkultursubstrat sehr langsam abtrocknet.

Kakteenerde

Konventionelle Kakteenerde besteht zum überwiegenden Teil aus Torfkultursubstrat, das mitunter mit Quarzsand versetzt wird. Quarz bzw. Sand wird in Kakteenerde häufig verwendet, um die Wasserdurchlässigkeit des Substrats zu erhöhen. Sofern ist es bedingt geeigneter als reine Blumenerde.

Mineralisches Substrat

Rein mineralisches Sukkulentensubstrat verzichtet vollständig auf organische Bestandteile. Es werden lediglich Steine und Mineralien verwendet. Bims, Lava, Zeolithe, Vermiculit sowie Perlit – sind allesamt Gesteine und Mineralien vulkanischen Ursprungs.

Diese Gesteine und Mineralien zeichnen sich durch eine hohe Speicherkapazität von Wasser und Nährstoffen, dargereicht in Form von Dünger (in der Wachstumsphase regelmäßig alle 2-4 Wochen in geringe Konzentration verwenden da sonst nichts vorhanden ist!) aus. Gleichzeitig ist das Substrat trockener, die Pflanzen können sich aber trotzdem am Speicherwasser „bedienen“.

Ein weiterer wesentlicher Vorteil von mineralischem Substrat ist die Drainage. Das überschüssige Gießwasser läuft zwischen den Steinen ab und sammelt sich im Übertopf. Dort wird es ausgeschüttet – am Besten ca eine halbe Sunde nach dem Gießen kontrollieren. Staunässe mit einhergehender Wurzelfäule wird so bei rein mineralischem Substrat weitgehend vermieden.

Zusätzlich ist der Boden von mineralischem Substrat luftdurchlässiger, weil die einzelnen Steine vergleichsweise locker aufeinander gelagert sind. Damit wird eine Verdichtung umgangen.

Der Nachteil ist allerdings, dass man als Laie oft schlecht einschätzen kann, wie viel Wasser denn gerade noch im Substrat gespeichert wird an dem sich die Pflanze bedient, und wann man das nächste Mal gießen sollte. Auch rein mineralisches Substrat sollte zwischen den Wassergaben komplett abtrocknen können. Ist es auf Dauer zu viel, wächst die Sukkulente zu gestreckt mit weichem Gewebe, denn selbst mineralisches Substrat kann dauerhaft zu feucht sein.

Dieses rein mineralische Substrat bevorzugen vor allem die Gattungen, die auf mineralischer Verwitterungsböden ihren Heimatstandort haben.

Wir persönlich würden es empfehlen für: Lithops und Verwandte oder Kakteen (ausgenommen Blattkakteen/ epiphytischen Tropenwaldkakteen)

Unser Tipp: Die Mischung macht's  - auch beim Sukkulenten Substrat!

Bei vielen anderen Sukkulenten empfehlen wir generell eine Mischung 1:1 aus handelsüblicher Kakteen- oder Blumenerde und mineralischem Substrat. Dies vereint gute Eigenschaften beider Seiten und wir persönlich haben gute Erfahrungen damit gemacht.

Wir raten auch, den Anteil der Kakteen- oder Blumenerde nicht bei über 75% anzusetzen. Mindestens 25% sollten zumindest aus Quarzsand oder Kies bestehen.

Als Faustregel kann gelten, dass das Substrat auch im nassen Zustand nicht zu einer kompakten Kugel geformt werden kann. Das von Hand zusammengepresste Sukkulenten- Substrat muss bei der geringsten Berührung sofort wieder krümelig zerfallen. Ist das nicht der Fall, fehlt es an groben Bestandteilen.

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