Lebensräume,  Wissenswertes

Lebensräume von Sukkulenten – wo wachsen Sukkulenten in der Natur?

In vielen Regionen überall auf dieser Welt wachsen wunderbare Sukkulenten. Sie sind in der Lage, auch trockenste Gebiete zu erobern indem sie sich Wasservorräte anlegen, denn nur so können sie in den ariden Gebieten ihrer Heimat – in denen die Niederschlagsmenge unter der Verdunstungsrate liegt – überleben und wachsen. Schauen wir uns also die Lebensräume von Sukkulenten einmal genauer an.

Wüsten

Haworthia turgida

Der Bekannteste der Lebensräume von Sukkulenten. An wasserarmen Standorten sind Sukkulenten die unumstrittenen Herrscher. Sie überleben die extremen Temperaturschwankungen von Tag und Nacht und lange heftige Trockenheit. Aber nur wenige Sukkulenten- Arten können jahrelang ohne Wasser und in den echten Trockenwüsten, in der weniger als 25cm Niederschlag im Jahr fällt, überleben. Die meisten Sukkulenten besiedeln Halbwüsten, in denen die Dürreperioden von vereinzelten Regenfällen unterbrochen werden. Diesen seltenen Regenfällen folgt oft explosionsartiges Wachstum, die Sukkulenten blühen und setzen Samen an. Danach lassen sie ihre Entwicklung nahezu ruhen, denn sie können ihr Wachstum vorübergehend einstellen. Bei der eigenen kleinen Sukkulenten- Sammlung lässt sich dieses Muster durch Anpassen beziehungsweise Aussetzen des Wässerns an die Ruhe- und Vegetationszeiten nachvollziehen. Die Böden in den Halbwüsten sind arm, besitzen kaum Bewuchs und sind eher felsig als sandig. Die Niederschlagsmenge wird manchmal durch Tau vergrößert was einigen Sukkulenten sprichwörtlich das Leben rettet. Sukkulenten können dort ökologische Nischen besiedeln oder Kolonien bilden. Auf Plateaus und trockenen Hochebenen gedeihen Sukkulenten wie Haworthia im Schatten von Büschen und Gräsern und überstehen sogar Buschbrände.

Gebirgswüsten

Sempervivum arachnoideum

Im Gebirge, ebenso auf Berghängen, Geröllfeldern und Hochebenen ist oft kaum Boden vorhanden und wenn nur dünn. Dieser hat eine sehr geringe Wasserspeicherkapazität, hat aber dafür einen hohen Mineralgehalt, der nicht sukkulenten Pflanzen schaden kann. Trotzdem ist auch das Gebirge einer der Lebensräume von Sukkulenten. In Gebirgswüsten, wie zum Beispiel den Anden (entlang der Westküste Südamerikas), sind die Standortbedingungen nachhaltig von der Höhe geprägt. Die Sukkulenten sind Temperaturen von bis zu – 20°C sowie Sturm und Schnee ebenso ausgesetzt, wie intensiver Sonneneinstahlung. Da oberhalb der Wolkengrenze kein Regen fällt, versorgen sich die dort wohnhaften Sukkulenten mit Feuchtigkeit aus Schmelzwasser. Nur kleine Kugelförmige oder kriechende Sukkulenten überleben solche Extreme. Doch in tieferen Lagen können auch größere Sukkulenten wie zum Beispiel Säulenkakteen wachsen. Sukkulenten haben dort eine wachsartige Haut entwickelt um sich vor Kälte und zu intensiver Sonneneinstrahlung zu schützen. Niedrige Sukkulenten wachsen auch an felsigen Standorten in gemäßigten Breiten. So besiedeln viele Hauswurz- Arten (Sempervivum) die alpine Regionen Europas. Fetthennen (Sedums- Arten) kommen auf der ganzen Nordhalbkugel häufig vor.

Küstengebiete

Sukkulente Pflanzen müssen Wasser sparen und oft mit nur dem nächtlichem Nebel oder dem Morgentau auskommen. Dies ist besonders gut an der Westküste Südamerikas zu beobachten, wo der kalte Humboldstrom aus der Antarktis nach Norden strömt und auf die trockene Küste trifft. Dabei entsteht feuchter Nebel, der morgens kondensiert und die Pflanzen so mit Wasser versorgt. Tagsüber brennt die Sonne wieder. Die Sukkulenten, vor allem die vielen Kakteenarten gedeihen hier nur wegen der täglichen Feuchtigkeit durch den Nebel. Ähnliches kann man an den Küsten von Mexiko, Nordamerika und dem südlichen Afrika beobachten.

Urwälder

Die meisten Sukkulenten besiedeln zwar aride Gebiete, doch sind auch viele Arten in tropischen und subtropischen Regenwäldern wie in Mittel- und Südamerika, Afrika, Sri Lanka und den Westindischen Inseln heimisch. Hier ist das Klima  konstant feuchtheiß. Sonnenlicht wird durch das Blätterdach der hohen Bäume gefiltert. Sukkulenten werden reichlich mit Feuchtigkeit aus der Luft und den regelmäßigen Niederschlägen versorgt. Somit haben sie sich wohl eher dem Licht. als ansdersorts dem Wassermangel angepasst, wie wohl sie auch Trockenperioden überstehen. Entsprechend werden diese Sukkulenten gerne feucht und leicht schattig gehalten. Einige Sukkulenten wie Hoya in Nordaustralien und einige Urwaldkakteen wie Epiphyllum sind Epiphyten. Das heißt, sie wurzeln auf den Stämmen anderer Pflanzen. Oft bewohnen sie die oberen Stockwerke der Baumkronen weil es dort heller ist. Andere Pflanzen klettern und gelangen über oder durch andere Pflanzen ans Licht. Manche Sukkulenten leben im Halbdunkel des Waldbodens, wiederum andere, wie das Kakteengewächs Gymnocalycium, wachsen im Halbschatten des Regendwaldrandes.

2 Comments

  • Nicole Guggenberger

    Mein Name ist Nicole Guggenberger.. Ich Liebe Sukkulenten. Möchte gerne einen Vogelkäfig bepflanzten und ihn aber gerne im Haus lassen.welche Arten von Sukkulenten wären da am Besten geeignet??
    LG Nicole

    • Maria

      Hallo Nicole,
      da ich es mir gerade nicht so richtig optisch vorstellen kann, hat der Käfig denn einen Bereich, den man mit Substrat füllen könnte? Beim Bepflanzen sollte man denke ich vor allem darauf achten, dass alle hinein gepflanzten Sukkulenten ausreichend Licht haben und trotz Käfig leicht gepflegt werden können.
      Eine Alternative wären Luftpflanzen/ Tillandsien, auch dort gibt es hängende, größere und kleinere zum Ausfüllen. Sie könnten ca 1 Mal die Woche entnnommen und getaucht oder entsprechend bespüht werden.
      Über ein Bild der Umsetzung würden wir uns sehr freuen, das klingt wirklich nach einem spannenden Projekt 🙂
      Liebe Grüße und noch ein schönes Wochenende

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