Substrat

Spezielle Erden & Substrate fĂĽr Deine Sukkulenten.

Sukkulenten haben nicht gerne nasse Füße. Einfache humose Universalmischung aus 50/50 Kakteenerde und mineralischem Sukkulentensubstrat können wir für die allermeisten Sukkulenten empfehlen.

Mineralisches Sukkulentensubstrat kann auch pur benutzt werden, jedoch sollte man dabei das Düngen und die Bewässerung (weniger ist immer mehr!) gut einschätzen können.



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Sukkulentensubstrat - eine Ăśbersicht (nicht nur) fĂĽr Einsteiger

Alles Gute muss auf einer guten Basis aufbauen. Deswegen muss auch das Substrat fĂĽr deine Sukkulenten besondere AnsprĂĽche erfĂĽllen! Hier findest du alles darĂĽber, welche Struktur dein Substrat haben soll und aus welchen Bestandteilen gutes Sukkulentensubstrat besteht!

AuĂźerdem gibt es auch auf unserem Blog eine ganze Kategorie "Substrat".

Mineralisches oder Humoses Substrat fĂĽr Sukkulenten?

Alle Materialien verwittern in der Natur. Pflanzen und Tiere werden zu Humus oder Torf, Gesteine werden zu Kies, Sand, Schluff und Ton zersetzt. In jedem Fall entstehen dabei verschiedene Mineralstoffe, welche Sukkulenten aufnehmen und verwerten können. Die Verwitterungsprodukte verändern auch die Eigenschaften der Böden. Was die einzelnen Sukkulenten Sorten brauchen entscheidet der Boden, an dem sie in der Natur vorkommen. Sukkulenten wachsen zwischen Felsen, auf Wiesen zwischen Gräsern, in Begleitung von Sträuchern, in Sand, in trockenen Flussbetten mit Lehm, in den Astgabeln großer Urwaldbäume. (Ausführlich hier)

AnsprĂĽche an (Sukkulenten-) Substrate

Der Boden, in dem Pflanzen wachsen, gibt ihnen Wurzelraum und Halt, Versorgung mit Nährstoffen, Wasser und Luft für die Wurzeln. Manchmal befindet sich der größte Teil der Pflanze unterirdisch. Die meisten Arten sind sehr anpassungsfähig und ein Streit über dieses oder jenes Substrat ist überflüssig, wenn man ein paar Grundregeln beachtet, die weiter unten beschrieben sind. Sukkulenten, die sehr gut in Substaten mit hohem Humusanteil wachsen, kann man in der Regel immer auch in rein mineralischen Substraten pflegen, wenn man dabei die Ansprüche der Sukkulenten beachtet.

Grundregeln fĂĽr die Substratverwendung bei Sukkulenten

Die Mehrheit der Sukkulenten wächst in Klimazonen mit wenig Niederschlägen oder längeren Trocken- oder Frostzeiten in denen kein Wachstum stattfindet. Diese Ruhezeiten müssen ebenso beachtet werden, wie der natürliche Mangel an Wasser im Boden. Sukkulenten passen sich mit einem großen Wurzelsystem an geringe Regenmengen an und bilden manchmal zusätzlich zum Wasserspeicher im Körper oder eine Rübenwurzel. Sie kommen auch über längere Zeiten ohne Wasser aus, wenn sie sich im Winter in der Wachstumspause befinden. Gießt man Sukkulenten in der Wachstumspause, werden sie wahrscheinlich bei niedrigen Temperaturen verfaulen, bei hohen Temperaturen vergeilen.

Wachsen sie, benötigen sie, wie alle anderen Pflanzen auch, Wasser und Nährstoffe aus dem Boden. Hält man sie im Sommer zu trocken und unter Nährstoffmangel, werden sie nicht wachsen.

Wasser im Sukkulentensubstrat

Sukkulentenwurzeln reagieren eher empfindlich auf zu viel Wasser. Es hat sich bewährt, sie erst dann zu gießen, wenn das Substrat fast ganz ausgetrocknet ist. Wählt man humushaltige Erden, bleibt die Feuchtigkeit länger im Topf, man muss seltener wässern. Trocknet besonders Torf zu sehr aus, nimmt er Wasser nur schwer wieder auf. Wenn man mineralische Mischungen verwendet muss man häufiger gießen, dafür kann man die Pflanzen eigentlich nicht ertränken, weil das überschüssige Wasser durchläuft. Ton in mineralischen Substraten verbessert die Fähigkeit, Wasser zu halten. Allgemein siebt man die sehr feinen Bestandteile mineralischer Mischungen jedoch ab, damit die Poren im Boden erhalten bleiben, welche für die Luftführung wichtig sind.

Luft im Sukkulentensubstrat

Wurzeln benötigen Luft zum Leben, weil sie wachsen und atmen. In Torferden können alle Zwischenräume mit Wasser gefüllt sein. Dann sterben die Wurzeln ab. In mineralischen Substraten kann das fast nie passieren, weil Sand oder Kies kein Wasser halten können und immer luftig sind, wenn wenig staubartige Bestandteile enthalten sind

DĂĽnger im Sukkulentensubstrat

Humus, Ton und Aktivkohle besitzen die Eigenschaft, Nährstoffe gut festhalten zu können. Eine Düngung wirkt in Torf auch länger, als bei mineralischen Substraten ohne Ton, welche man öfter und vorsichtiger (mit geringerer Konzentration) düngen muss, weil sie einen Nährstoffüberschuss nicht abpuffern können. Hydrokulturen zeigen, dass man völlig ohne Humusanteile auskommen kann, auch im Gemüsebau wird viel in reinen Mineralstoffen angebaut. Sukkulentenböden in der Natur enthalten meist viele Nährstoffe, jedoch wenig Stickstoff (N), weil es dort nur wenige Pflanzen und Tiere gibt, die nach dem Absterben Stickstoff frei setzen. Kakteendünger sind deshalb arm an „N“.

Geeignete Substrate fĂĽr deine Sukkulenten

Bei vielen anderen Sukkulenten empfehlen wir generell eine Mischung 1:1 aus handelsüblicher Kakteen- oder Blumenerde und mineralischem Substrat. Dies vereint gute Eigenschaften beider Seiten und wir persönlich haben gute Erfahrungen damit gemacht.

Wir raten auch, den Anteil der Kakteen- oder Blumenerde nicht bei ĂĽber 75% anzusetzen. Mindestens 25% sollten zumindest aus Quarzsand oder Kies bestehen.

Pasiora-Tipp: Aktivkohle ist ein guter Helfer bei Substrat-Mischungen!

Als Faustregel kann gelten, dass das Substrat auch im nassen Zustand nicht zu einer kompakten Kugel geformt werden kann. Das von Hand zusammengepresste Sukkulenten- Substrat muss bei der geringsten BerĂĽhrung sofort wieder krĂĽmelig zerfallen. Ist das nicht der Fall, fehlt es an groben Bestandteilen.

Substrate selbst herstellen

Einige Nachteile und Vorteile von humosem Substrat haben wir bereits erwähnt. Es schadet also nichts, wenn man einer Mischung etwas davon zugibt. Der Zusatz von saurem Torf in geringen Mengen senkt den pH-Wert und die Nährstoffversorgung wird verbessert. Niedrige pH-Werte (= saure Böden) werden von den meisten Kakteen bevorzugt.

Poröse Materialien, wie Perlite, Bimskies, Vermiculite, Blähtongranulat oder Lave bewirken, dass Wasser länger gehalten und die Luftversorgung verbessert wird. Letzteres wird durch die Größe und Form der Teile bewirkt, die für große Zwischenräume sorgen.

Sand ist einer der verbreitetsten Bestandteile von Substratmischungen. Es sollte kalkarmer Sand sein (Aquariensand oder -kies), damit der pH-Wert nicht ansteigt. Zu feiner Sand bewirkt ebenfalls ein Verschlämmen der Mischung und kann abgesiebt werden. Sand ist sehr wasserdurchlässig, lockert den Boden und vermeidet Staunässe.

Kies, Basalt und Granitsplit sind sehr schwere Materialien, welche der Mischung das Gewicht geben, das fĂĽr ein Gleichgewicht zu den teilweise eher schweren Pflanzen sorgt (gerade bei hoch wachsenden Sukkulenten wie Euphorbien). Da es sich bei letzteren um dunkle Materialien handelt, heizt sich das Substrat schnell auf, was sehr gut fĂĽr die Sukkulenten ist.

Die Zugabe von Aktivkohle als Pulver oder besser als Granulat bewirkt eine Verbesserung des Austauschs von Nährstoffen, was besonders in rein mineralischen Mischungen zu bedenken wäre.

Substrate fĂĽr Aussaaten

Da man bis zum Pikieren das Substrat in der Regel nicht austrocknen lässt und zum Gießen eine leichte Nährlösung verwendet wird, benötigt Aussaatsubstrat nicht die Nährstoffhalteeigenschaften, welche bei größeren Pflanzen zu beachten sind.

Eine Ăśbersicht an Zuschlagsstoffen fĂĽr dein Sukkulentensubstrat

Was für Komponente gibt es denn und welche tollen Eigenschaften haben sie jeweils? Wir versuchen Euch eine kleine (Alphabetisch aufgeführte) Übersicht zu geben. All diese Zuschlagstoffe können zur Erstellung eines individuellen Sukkulentensubstrats verwendet werden.

Betonit

Bentonit ist ein Gestein - Eine Mischung aus verschiedenen Tonmineralien also eine Mineralerde. Er verbessert die Bodenstruktur, erhöht die Fruchtbarkeit und hält den Boden länger feucht. Die hohe Quellfähigkeit und Wasserkapazität von Bentonit schützt vor schneller Austrocknung. Als natürlicher Ionentauscher bewirkt Bentonit die optimale Bindung und Abgabe von Nährstoffen.

Fun Fact: Auch empfohlen bei Magen- Darm Problemen oder zur Entgiftung.

Bimskies

Bims ist ein vulkanisches Material, hat einen leicht sauren ph- Wert, ist verhältnismäßig leicht und hochporös. Man sollte ihn vor Gebrauch auswaschen oder aussieben und nur die grobsandigen bis feinkiesigen Bestandteile verwenden. Da feiner Sand bzw. Staub das Substrat unnötig verdichten könnte.

Blähschiefer

Blähschiefer sorgt für Stabilität und gleichzeitig für eine gute Luft- und Wasserdurchlässigkeit. Optimal um am Boden des Topfes eine Drainage für tiefwurzelnde Pflanzen anzulegen. Es kann außerdem als ein optischer Blickfang zum Abdecken der Erde verwendet werden

Edelsplitt

Ideal zum Abdecken der Erde auf Töpfe und Schalen. Das Material besteht aus Quarz und ähnlichen Mineralien. Vermoosen wird verhindert, der Wurzelhals im Bereich dieses feinen Splitts trocknet rasch ab was Fäulnis verhindert. die Pflanzen werden nach dem Topfen stabilisiert, kippen weniger, was vor allem beim Topfen unbewurzelter Stecklinge von großem Wert ist.

Humuserde

Die Humuserde sollte 3-5 Jahre abgelagert sein. Junge Komposterde oder Mistbeeterde, die noch viele unverwitterte organische Bestandteile enthält ist ungeeignet. Generell empfehlen wir Humuserde nur in geringer Menge in Sukkulentensubstrat zu mischen.

Holzkohle

Als Pulver oder besser als Granulat bewirkt eine Verbesserung des Austauschs von Nährstoffen, was besonders in rein mineralischen Mischungen zu bedenken wäre. Außerdem hemmt sie die Aktivität von Mikroorganismen, tötet sie jedoch nicht ab. Diesen Effekt macht man sich bei Verletzungen von Sukkulenten zu nutze, indem man sie mit Holzkohlepulver bestäubt.

Kieselgur

Kieselgur wird sowohl als Zuschlagstoff, Aussaat- oder Pflanzsubstrat verwendet. Ein leicht saurer pH-Wert von 5,5 und die gezielte Abgabe von gelösten Nährstoffen macht es zu einem wichtigen Zuschlagstoff. Darüber hinaus lockert Kieselgur durch seine stabile und luftdurchlässige Struktur das Erdreich auf. Die sehr gute Feuchtigkeitsbindung vermindert die Pilzbildung und das Überwässern des Substrates. Ein geringes Gewicht und Zersetzungsbeständigkeit sind weitere interessante Eigenschaften.

Lava

Lava, auch Lavagrus oder Lavalit ist ein poröses vulkanisches Material, verhältnismäßig schwer und dunkel gefärbt. Es vermag beachtliche Wassermengen aufzusaugen und zu speichern. Als Beimischung zu empfehlen sind Körnungen zwischen 3 und 7 mm. Staub sollte ausgewaschen oder ausgesiebt werden, da er zum verkleben neigt. Größere Lavabrocken eignen sich ausgezeichnet zur Dekoration zwischen der Sukkulentensammlung. Dieses rein mineralische Material besitzt einen optimalen Wasser- und Luftgehalt. Es besitzt die Eigenschaft, dass es große Mengen an Wasser speichern kann, die dann nach und nach wieder an die Pflanzen abgegeben werden.

Perlit

Aufgeblähtes, vulkanisches Mineral zur Substratverbesserung: Lockerung, Luftkapazität und Wasserführung. Perlit lockert den Boden auf, speichert Wasser und verbessert allgemein die Qualität des Bodens. Sie verhindert zusätzlich das Verbacken stark tonhaltiger Substrate, verbessert die Wasserführung und verhindert das Substratgewicht.

Quarzsand

Quarzsand wird als Zuschlagstoff zur Auflockerung der Bedenstruktur verwendet. DarĂĽber hinaus benutzt man ihn zur Abdeckung von Aussaaten oder als Abstreuung.

Ein wesentlicher Bestandteil der Kakteenerde ist Sand. Dieser sollte eher grobkörnig sein und keinesfalls staubfeine Anteile enthalten. Besonders geeignet ist gewaschener Quarzsand mit einer Körnung zwischen 3 und 8 mm. Kalkhaltiger, alkalisch reagierender oder ungewaschener Grubensand ist ungeeignet.

Urgesteinsgrus

Urgesteinsgrus besteht aus Granit oder Gneis und ist leicht sauer. Der Vorteil ist, dass dieses Material einen hohen Anteil an Nährstoffen wie Kalium oder Eisen hat, die sich nach und nach aus dem Gestein lösen und, die Kakteen und Sukkulenten damit versorgt werden.

Vermiculit

Aufgeblähtes Tonmineral zur Substratverbesserung: Lockerung, großes Anlagerungsvermögen für Nährstoffe und Wasser. Vermiculit ist mineralisch, keimfrei, leicht, nicht verrottend, enthält geringe Mengen an Spurenelementen, ist ph-neutral, temperaturbeständig, lockert den Boden auf, nimmt sofort Wasser auf, wirkt wasserspeichernd und ist trotzdem durchlüftend durch Millonen kleinster Luftzellen. Dadurch verhindert es die Bodenverdichtung bei Staunässe, vermeidet das Vermodern der Erde und wirkt sich positiv auf das Pflanzenwachstum und die Wurzelbildung aus.

Zeolith

Sehr hohe Ionenaustausch-kapazität: positiv geladene Düngemittelionen werden angelagert und können von der Pflanze wieder abgelöst werden. Ausscheidungsprodukte und pH-Wert wird hervorragend abgepuffert.