Large and XL succulents (from 13 cm pot size)
Crassula nudicaulis var. platyphylla Burgundy - 5,5cm
Regular price 5,70 âŹUnit priceLow stock (10 units)Agave americana f. mediopicta alba - 13cm
Regular price 86,70 âŹUnit priceVery low stock (2 units)Epiphyllum guatemalense f. monstrosa - 15cm Ampel
Regular price 38,60 âŹUnit priceLow stock (3 units)- Sold out
- Sold out
Echeveria Crispate Beauty - 13cm
Regular price 29,80 âŹUnit price - Sold outRegular price 39,50 âŹUnit price
- Sold outRegular price 26,30 âŹUnit price
- Sold outRegular price 39,50 âŹUnit price
- Sold outRegular price 20,80 âŹUnit price
- Sold outRegular price 20,20 âŹUnit price
- Sold out
x Graptoveria Fred Ives - 14cm
Regular price 16,90 âŹUnit price - Sold out
Pilea peperomioides Mojito - 13cm
Regular price 45,90 âŹUnit price - Regular price 39,40 âŹUnit price
- Regular price 20,60 âŹUnit price
- Regular price 20,60 âŹUnit price
- Regular price 33,10 âŹUnit price
- Regular price 17,80 âŹUnit price
- Regular price 20,60 âŹUnit price
Adenium obesum Baobab - 15cm im Tontopf
Regular price 59,50 âŹUnit priceEuphorbia horrida v. striata alba - 13cm
Regular price 20,60 âŹUnit price- Regular price 41,40 âŹUnit price
- Sold out
Graptopetalum paraguayense - 14cm
Regular price 20,60 âŹUnit price - Regular price 37,30 âŹUnit price
Cotyledon pendens - 14cm Ampel
Regular price 37,30 âŹUnit price- Sold out
Stephania nova - 15cm im Tontopf
Regular price 173,00 âŹUnit price - Regular price 27,50 âŹUnit price
- Regular price 27,50 âŹUnit price
- Regular price 27,50 âŹUnit price
- Regular price 19,00 âŹUnit price
Echeveria agavoides Romeo - 17cm
Regular price 31,80 âŹUnit price- Regular price 35,90 âŹUnit price
- Sold out
Dioscorea elephantipes - 15cm im Tontopf
Regular price 89,80 âŹUnit price Phyllanthus Myrabillis - 17cm im Tontopf
Regular price 74,60 âŹUnit price- Sold out
Stephania erecta - 17cm im Tontopf
Regular price 82,80 âŹUnit price - Sold outRegular price 23,40 âŹUnit price
- Regular price 20,60 âŹUnit price
- Regular price 17,80 âŹUnit price
Euphorbia Steckbrief
Herkunft & natĂŒrlicher Lebensraum
Geographische Verbreitung
Die Gattung Euphorbia ist nahezu kosmopolitisch
verbreitet, doch das Zentrum der sukkulenten Artenvielfalt liegt eindeutig in
Afrika. Besonders artenreich sind die Kapprovinzen SĂŒdafrikas, die
ostafrikanischen HochlĂ€nder (Kenia, Tansania, Ăthiopien, Somalia), Madagaskar
und die Kanarischen Inseln. Weitere Verbreitungsschwerpunkte finden sich im
tropischen und subtropischen Asien (Indien, Sri Lanka, SĂŒdostasien) sowie in
Nord- und SĂŒdamerika (von Texas bis Brasilien). Die nicht-sukkulenten Arten
kommen auch in gemĂ€Ăigten Zonen Europas vor â einige heimische Wolfsmilcharten
wachsen sogar in Mitteleuropa.
Klima am Naturstandort
Die KlimaansprĂŒche variieren enorm. Die sukkulenten Arten
stammen ĂŒberwiegend aus Gebieten mit ausgeprĂ€gten Trockenzeiten und saisonalen
NiederschlĂ€gen. In der sĂŒdafrikanischen Karoo herrschen sommerliche
Temperaturen von 30â40 °C bei winterlichen Nachtfrösten um den Gefrierpunkt.
Madagassische Arten erleben tropische WĂ€rme mit klarer Trocken- und Regenzeit.
Kanarische Euphorbien stehen in einem milden, frostfreien, aber regenarmen
Klima. Gemeinsam ist den meisten sukkulenten Arten: Hohe LichtintensitÀt, gute
Luftbewegung und ein saisonaler Wechsel zwischen Feucht- und Trockenphasen.
Höhenlagen und Substrate
Die Standorte reichen von Meeresniveau (KĂŒstenwĂŒsten
Somalias) bis ĂŒber 2.500 m Höhe (ostafrikanische Hochlandarten). Die Böden sind
fast immer mineralisch dominiert â steinige, kiesige oder sandige Substrate mit
hervorragender Drainage. Typisch sind Quarzit-, Gneis- oder Kalksteinfelsen,
Lateritböden oder rein sandige Böden mit sehr geringem Humusanteil. Der pH-Wert
liegt meist im leicht sauren bis neutralen Bereich (pH 5,5â7,5), selten leicht
alkalisch.
Ăkologische Anpassungsstrategien
Sukkulente Euphorbien haben eine beeindruckende Palette an
Ăberlebensstrategien entwickelt: Viele Arten betreiben CAM-Stoffwechsel
(Crassulacean Acid Metabolism), bei dem die Spaltöffnungen nachts geöffnet
werden, um Wasserverluste am Tag zu minimieren. Die dicken, wasserspeichernden
StÀmme können bei manchen Arten bis zu 90 % ihres Gewichts in Form von Wasser
einlagern. Der charakteristische Milchsaft (Latex) dient als FraĂschutz
â er ist bei fast allen Arten toxisch und hautreizend. Viele Arten haben Dornen
oder dornig umgebildete BlĂŒtenstĂ€nde entwickelt. Geophytische Arten wie E.
knuthii ziehen ihren gesamten oberirdischen Teil bei Trockenheit ein und
ĂŒberdauern als Caudex oder Knolle im Boden.
Vom Naturstandort zur Fensterbank
Das Wissen ĂŒber den Naturstandort ist der SchlĂŒssel zur
erfolgreichen Kultur: Wer versteht, dass die meisten sukkulenten Euphorbien aus
Gebieten mit saisonaler Trockenheit und durchlÀssigen Mineralböden stammen,
weiĂ, warum stauende NĂ€sse der hĂ€ufigste Pflegefehler ist. Die hohe
LichtintensitĂ€t am Naturstandort erklĂ€rt, warum ein helles SĂŒdfenster oder
Freilandkultur im Sommer wichtig ist. Und die teils erheblichen
Tag-Nacht-Temperaturschwankungen zeigen, warum eine kĂŒhlere Winterruhe das
Wachstum und die BlĂŒhwilligkeit fördert.
Merkmale & Erscheinungsbild
Wuchsformen
Die Formenvielfalt innerhalb der Gattung ist einzigartig in
der Pflanzenwelt. Man unterscheidet grob folgende Wuchstypen bei den
sukkulenten Vertretern:
Kugelförmig/zylindrisch: Kompakte, kugel- bis
walzenförmige Körper, oft mit Rippen oder Warzen besetzt (z. B. E. obesa,
E. meloformis). Diese Formen erinnern stark an Kakteen.
Medusoid: Ein kurzer, knolliger Zentralkörper, aus
dem zahlreiche schlangenartige Triebe strahlenförmig wachsen â wie das Haupt
der Medusa (z. B. E. caput-medusae, E. flanaganii).
SĂ€ulig/kandelaberartig: Aufrecht wachsende, oft
mehrrippige StÀmme, die sich an den Spitzen verzweigen und so kandelaberartige
Kronen bilden (z. B. E. trigona, E. abyssinica, E. ingens).
Strauchig: Verzweigte StrÀucher mit dickfleischigen
oder dĂŒnnen Trieben (z. B. E. tirucalli, E. milii).
Caudexbildend/geophytisch: Mit verdicktem Stamm- oder
Wurzelkörper (Caudex), der als Wasserspeicher dient. Manche Arten ziehen die
oberirdischen Teile komplett ein (z. B. E. knuthii, E. stellata).
Blattmorphologie
Die BlÀtter sukkulenter Euphorbien sind extrem variabel.
Viele Arten haben die BlĂ€tter stark reduziert oder ganz aufgegeben â die
Photosynthese ĂŒbernimmt dann der grĂŒne Stamm. Wo BlĂ€tter vorhanden sind,
reichen sie von winzigen SchuppenblĂ€ttern (E. trigona) ĂŒber
lanzettliche, dickfleischige BlĂ€tter (E. milii) bis hin zu groĂen,
auffÀlligen BlÀttern (E. viguieri, E. leuconeura). Behaarung ist
selten, kommt aber bei einigen madagassischen Arten vor. Die Blattfarbe reicht
von frischem GrĂŒn ĂŒber BlaugrĂŒn bis GraugrĂŒn; einige Arten zeigen rötliche oder
violette Töne unter Lichtstress.
Farbspektrum und StressfÀrbung
Die Grundfarbe der meisten sukkulenten Euphorbien ist ein
GrĂŒn in verschiedenen Tönungen. Unter Einfluss von intensivem Licht, KĂ€lte oder
Trockenheitsstress können viele Arten rötliche, purpurfarbene oder brÀunliche
Tönungen entwickeln. Besonders spektakulÀr ist dies bei E. trigona
'Rubra', deren Triebe sich in voller Sonne tief purpurrot fÀrben, oder bei E.
tirucalli 'Sticks on Fire', deren Triebspitzen orange bis korallenrot
leuchten.
BlĂŒte und Cyathium
Die BlĂŒten der Euphorbien sind einzigartig im Pflanzenreich:
Sie bilden sogenannte Cyathien â becherförmige Strukturen, die eine
stark reduzierte weibliche BlĂŒte (nur ein Stempel) und mehrere mĂ€nnliche BlĂŒten
(jeweils nur ein Staubblatt) vereinen. Diese Cyathien tragen hÀufig auffÀllige
NektardrĂŒsen am Rand, die BestĂ€uber anlocken. Was bei Arten wie E. milii
wie âBlĂŒtenblĂ€tter" aussieht, sind in Wirklichkeit farbige HochblĂ€tter
(Cyathophyllen), die die winzigen eigentlichen BlĂŒten umgeben. Die BlĂŒtezeit in
Kultur liegt bei den meisten Arten im FrĂŒhjahr bis FrĂŒhsommer. Die Farben der
HochblĂ€tter reichen von WeiĂ ĂŒber Gelb, Orange und Rosa bis hin zu tiefem Rot.
Wurzelsystem
Das Wurzelsystem spiegelt den Lebensraum wider: Viele Arten
haben faserige, relativ flache Wurzeln, die nach Regenschauern schnell Wasser
aufnehmen können. Geophytische Arten bilden dicke, rĂŒbenförmige Speicherwurzeln
oder knollige Caudices. SÀulenförmige Arten entwickeln bei entsprechender
TopfgröĂe ein krĂ€ftiges, verzweigtes Wurzelsystem.
Abgrenzung zu verwechselbaren Gattungen
Die hÀufigste Verwechslung besteht mit Kakteen
(Cactaceae). Die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale:
Milchsaft: Euphorbien enthalten weiĂen, giftigen
Milchsaft â Kakteen nicht (mit sehr wenigen Ausnahmen).
Dornen vs. Areolen: Kakteendornen entspringen immer
aus Areolen (spezialisierten Knospen). Euphorbiendornen sind umgewandelte
NebenblĂ€tter oder BlĂŒtenstĂ€nde und sitzen direkt auf der OberflĂ€che â ohne
Areolen.
BlĂŒten: Kakteen haben typischerweise groĂe,
auffĂ€llige EinzelblĂŒten mit vielen BlĂŒtenblĂ€ttern. EuphorbienblĂŒten sind in
Cyathien organisiert und winzig klein.
Weitere verwechselbare Gattungen sind Monadenium, Synadenium
und Pedilanthus, die nach aktueller Taxonomie jedoch alle in Euphorbia
eingegliedert wurden.
Beliebte Arten & Sorten
Einsteigerfreundlich
Euphorbia trigona A.Haw. â Dreikantige Wolfsmilch
Ein aufrecht wachsender, sÀulenförmiger Sukkulent mit dreikantigen,
dunkelgrĂŒnen StĂ€mmen, die im Alter bis 1,5 m (in Kultur) erreichen. Kleine,
spatelförmige BlĂ€tter erscheinen an den Rippenkanten. Ideal fĂŒr AnfĂ€nger, da
Ă€uĂerst robust, tolerant gegenĂŒber Pflegefehlern und schnellwĂŒchsig. Der
populÀre Kultivar 'Rubra' (auch 'Royal Red') besticht durch tiefrot bis purpurn
gefÀrbte Triebe.
Euphorbia milii Des Moul. â Christusdorn Ein
dorniger, halbsukkulenter Strauch mit leuchtend farbigen HochblÀttern (rot,
rosa, gelb, weiĂ) und fast ganzjĂ€hriger BlĂŒte. Erreicht in Kultur 30â60 cm.
Einer der dankbarsten BlĂŒher unter den Sukkulenten, blĂŒht auch bei weniger
idealen Bedingungen zuverlĂ€ssig. Zahlreiche Hybridformen, besonders die âThai
Giants" mit deutlich gröĂeren HochblĂ€ttern, sind sehr beliebt.
Euphorbia leuconeura Boiss. â Spuckpalme,
Madagaskarjuwel Eine aufrecht wachsende Art aus Madagaskar mit attraktiven,
dunkelgrĂŒnen BlĂ€ttern und weiĂen Blattnerven. Erreicht 40â80 cm. Pflegeleicht
und besonders interessant durch ihre ballistische Samenverbreitung â die reifen
Kapseln schleudern die Samen bis zu 2 m weit. SĂ€t sich in der Sammlung oft von
selbst aus.
Dekorativ & beliebt
Euphorbia obesa Hook.f. â Baseballpflanze Eine
kugelförmige, rippige Art aus der sĂŒdafrikanischen Karoo, die mit ihrer fast
perfekten Kugelform und dem dekorativen Muster aus feinen Querstreifen
begeistert. Bleibt mit 6â15 cm Durchmesser kompakt. ZweihĂ€usig â es gibt
mĂ€nnliche und weibliche Pflanzen. Beliebtes SammlerstĂŒck und aufgrund der
Vernichtung am Naturstandort artenschutzrechtlich relevant.
Euphorbia lactea Haw. â Kammförmige Wolfsmilch
Bekannt vor allem durch die cristaten (kammförmig verwachsenen) Formen, die
hÀufig auf E. neriifolia-Unterlagen veredelt werden. Der Kultivar 'White
Ghost' ist eine fast chlorophyllfreie, gespenstisch weiĂe Mutation, die zu den
begehrtesten Euphorbien im Handel gehört. Die cristaten Formen werden auch als
âKorallenkaktus" vermarktet.
Euphorbia tirucalli L. â Bleistiftstrauch, Pencil
Cactus Ein baumartig wachsender Sukkulent mit dĂŒnnen, bleistiftförmigen,
grĂŒnen Trieben, die sich intensiv verzweigen. In der Natur bis 10 m hoch, in
Kultur meist 1â2 m. Der Kultivar 'Sticks on Fire' zeigt im Winter und unter
Lichtstress spektakulÀre orange bis korallenrote Triebspitzen. Sehr
pflegeleicht, wÀchst rasch.
RaritĂ€ten & SammlerstĂŒcke
Euphorbia ambovombensis Rauh & Razaf. Eine
seltene, geophytische Art aus SĂŒdmadagaskar mit einem unterirdischen Caudex und
einer Rosette aus lanzettlichen BlÀttern. Am Naturstandort vom Aussterben
bedroht (IUCN: Critically Endangered). In Kultur anspruchsvoll: braucht
durchlĂ€ssigstes Substrat, sparsames GieĂen und absolute StaunĂ€ssevermeidung.
FĂŒr Spezialisten ein begehrtes SammlerstĂŒck.
Euphorbia susannae Marloth â Suzannes Euphorbie
Eine niedrige, medusoid wachsende Art mit einem kurzen, knolligen Zentralkörper
und zahlreichen kurzen, warzigen Trieben, die eine dichte Halbkugel von ca.
10â15 cm Durchmesser bilden. Stammt aus der Kleinen Karoo SĂŒdafrikas. Relativ
langsam wachsend, aber in Spezialistenkreisen wegen ihrer kompakten,
skulpturalen Form geschÀtzt. Bekannt ist auch die Hybride E. à 'Suzannae-Marnierae'
(E. susannae Ă E. bupleurifolia), die als âAnanas-Euphorbie"
gehandelt wird.
Pflege-Guide
Standort & Licht
Sukkulente Euphorbien sind Lichtpflanzen. Die meisten Arten
benötigen mindestens 4â6 Stunden direkte Sonne pro Tag, idealerweise am
SĂŒd- oder SĂŒdwestfenster. Richtwert: 20.000â50.000 Lux (direkte Fenstersonne
liefert ca. 30.000â60.000 Lux, ein Nordfenster nur 2.000â5.000 Lux).
Direktes Sonnenlicht wird von den meisten Arten gut
vertragen, allerdings sollte man im FrĂŒhjahr die Pflanzen nach der dunkleren
Winterphase ĂŒber 1â2 Wochen an die volle Sonne gewöhnen, um Verbrennungen zu
vermeiden. Einige wenige Arten (z. B. E. leuconeura) bevorzugen helle,
aber eher indirekte Beleuchtung.
Im DACH-Raum ist Sommerfreilandkultur ab Mitte Mai
(nach den Eisheiligen) sehr empfehlenswert â am besten an einem sonnigen,
regengeschĂŒtzten Platz auf Balkon oder Terrasse. Die natĂŒrliche UV-Strahlung
fördert kompakten Wuchs und StressfÀrbung.
Anzeichen von Lichtmangel: Vergeilen (unnatĂŒrlich
schmale, gestreckte Triebe), blassgrĂŒne FĂ€rbung, Neigung zur Seite
(Phototropismus). Anzeichen von Sonnenbrand: WeiĂliche bis brĂ€unliche,
trockene Flecken auf der Sonnenseite, meist nach plötzlicher Umstellung.
GieĂen
Das GieĂen ist der kritischste Pflegefaktor â mehr
Euphorbien sterben an ĂberwĂ€sserung als an jedem anderen Problem.
FrĂŒhjahr/Sommer (aktive Wachstumsphase, MĂ€rzâSeptember):
Durchdringend gieĂen, wenn das Substrat vollstĂ€ndig durchgetrocknet ist. Je
nach Temperatur und Substrat bedeutet das etwa alle 7â14 Tage. Faustregel:
Lieber einen Tag zu spĂ€t als einen Tag zu frĂŒh gieĂen.
Herbst (OktoberâNovember): GieĂintervalle deutlich
verlĂ€ngern, etwa alle 3â4 Wochen.
Winter (DezemberâFebruar): Bei kĂŒhler Ăberwinterung
(10â15 °C) praktisch gar nicht gieĂen oder nur minimal alle 4â6 Wochen, um ein
vollstÀndiges Austrocknen der Feinwurzeln zu verhindern. Bei warmer
Ăberwinterung (ĂŒber 18 °C) etwas hĂ€ufiger, aber stets sehr zurĂŒckhaltend.
Methode: Am besten von oben durchdringend gieĂen, bis
Wasser aus dem Abzugsloch lĂ€uft, dann ĂŒberschĂŒssiges Wasser nach 15 Minuten
wegschĂŒtten. Alternativ kurzes Tauchbad (5â10 Minuten). Vermeiden, Wasser in
Blattrosetten oder zwischen eng stehende Triebe laufen zu lassen.
WasserqualitĂ€t: Normales Leitungswasser ist fĂŒr die
meisten Arten geeignet. Sehr kalkhaltiges Wasser kann langfristig das Substrat
aufkalken â bei empfindlichen Arten besser Regenwasser oder abgestandenes
Wasser verwenden.
Typische Fehler: Zu hĂ€ufiges GieĂen in kleinen Mengen
(hĂ€lt das Substrat dauerfeucht), Untertopf mit stehendem Wasser, GieĂen in der
Winterruhe bei gleichzeitig kalten Temperaturen.
Substrat
Das Substrat muss vor allem eines: hervorragend
drainieren. Stauende NĂ€sse ist der sichere Tod fĂŒr die meisten sukkulenten
Euphorbien.
Empfohlene Mischung: 60â70 % mineralische Komponenten
(Bims, Lavagranulat, Zeolith oder grober Perlite, Körnung 2â6 mm) und 30â40 %
organische Komponenten (Kokossubstrat, torffreie Sukkulentenerde oder feine
Pinienrinde).
FĂŒr besonders fĂ€ulnisempfindliche Arten (z. B. E. obesa,
geophytische Arten) kann der Mineralanteil auf 80â90 % erhöht werden.
Drainage: Ein Abzugsloch im Topf ist zwingend
erforderlich. Optional eine Drainageschicht aus grobem BlÀhton oder Bims am
Topfboden.
pH-Bereich: Leicht sauer bis neutral, ideal pH
5,5â7,0.
Temperatur & Ăberwinterung
Sommer: Optimale Wachstumstemperaturen liegen bei
20â30 °C. Die meisten Arten vertragen problemlos Temperaturen bis 38â40 °C,
sofern die DurchlĂŒftung stimmt.
Winter: Eine kĂŒhle Winterruhe bei 10â15 °C
(nicht unter 5 °C) ist fĂŒr die meisten Arten ideal und fördert kompakten Wuchs
sowie die BlĂŒtenbildung im folgenden FrĂŒhjahr. Tropische Arten wie E. milii
bevorzugen eine wĂ€rmere Ăberwinterung bei 15â18 °C.
Minimale Toleranztemperatur: FĂŒr die meisten
sukkulenten Euphorbien liegt die absolute Untergrenze bei 5 °C â dann
allerdings bei vollstÀndiger Trockenheit. Einige wenige Arten (z. B. E.
myrsinites, E. rigida) sind in milden Lagen des DACH-Raums bedingt
winterhart (bis ca. â10 °C), gehören aber nicht zu den typischen
Zimmerkultur-Sukkulenten.
WinterhĂ€rte im DACH-Raum: Freilandkultur ĂŒber den
Winter ist fĂŒr sukkulente Euphorbien grundsĂ€tzlich nicht möglich
(Ausnahme: wenige nicht-sukkulente, krautige Arten). Alle sukkulenten Arten
mĂŒssen frostfrei ĂŒberwintert werden.
DĂŒngen
Euphorbien sind keine Starkzehrer. Zu viel DĂŒnger schadet
mehr als zu wenig.
DĂŒngertyp: FlĂŒssiger Kakteen- und SukkulentendĂŒnger
mit niedrigem Stickstoffanteil, z. B. NPK 3-4-5 oder 4-6-7. Der Kaliumanteil
sollte leicht erhöht sein (fördert Festigkeit und BlĂŒtenbildung).
Zeitraum und HĂ€ufigkeit: Nur in der Wachstumsphase
von April bis September dĂŒngen. Alle 4â6 Wochen in halber
Herstellerkonzentration. Im Winter nicht dĂŒngen.
ĂberdĂŒngung erkennen: UnnatĂŒrlich schnelles, weiches
Wachstum, Salzverkrustungen auf der SubstratoberflÀche, braune Wurzelspitzen.
Bei Verdacht: Substrat grĂŒndlich durchspĂŒlen oder umtopfen.
Umtopfen
Bester Zeitpunkt: FrĂŒhjahr (MĂ€rzâMai), zu Beginn der
neuen Wachstumsphase.
Intervall: Alle 2â3 Jahre, oder wenn die Pflanze den
Topf offensichtlich durchwurzelt hat. Langsamwachsende Kugelformen können auch
4â5 Jahre im selben Topf bleiben.
Schritt-fĂŒr-Schritt-Vorgehen:
- Pflanze
vor dem Umtopfen einige Tage trocken stehen lassen. - Vorsichtig
aus dem alten Topf lösen â Handschuhe tragen wegen des Milchsaftes! - Altes
Substrat vorsichtig aus den Wurzeln schĂŒtteln, beschĂ€digte oder faulige
Wurzeln sauber abschneiden. - Schnittstellen
2â3 Tage antrocknen lassen (bei Stammstecklingen entsprechend lĂ€nger). - In
frisches Substrat setzen, Pflanze dabei so tief wie zuvor pflanzen. - Erst
nach 5â7 Tagen erstmals gieĂen, damit eventuelle Wundstellen abheilen
können.
Topfmaterial: Tontöpfe (Terrakotta) sind ideal, da
sie ĂŒberschĂŒssige Feuchtigkeit ĂŒber die WĂ€nde abgeben. Plastiktöpfe
funktionieren ebenfalls, erfordern aber vorsichtigeres GieĂen. Der Topf sollte
nur wenig gröĂer als der Wurzelballen sein â zu viel ungenutztes Substrat
bleibt zu lange feucht.
6. Vermehrung
Kopf- und Stammstecklinge
Die gĂ€ngigste Methode fĂŒr strauchige und sĂ€ulige Arten (E.
trigona, E. tirucalli, E. milii u. a.).
- Im
FrĂŒhjahr oder FrĂŒhsommer einen Trieb mit einem scharfen, sauberen Messer
abtrennen. - Sofort
den Milchsaftfluss stoppen: Schnittstelle kurz in lauwarmes Wasser
tauchen oder mit Holzkohlepulver bestreuen. Handschuhe und Augenschutz
tragen! - Steckling
an einem schattigen, luftigen Ort 5â14 Tage antrocknen lassen, bis sich
eine feste Kallusschicht gebildet hat. Je dicker der Schnitt, desto lÀnger
die Trocknungszeit. - In
leicht angefeuchtetes, mineralisches Substrat (z. B. reiner Bims oder
Perlite) stecken. - An
einen hellen, warmen Platz (20â25 °C) stellen, aber nicht in die pralle
Sonne. - Erst
nach 2â3 Wochen vorsichtig angieĂen, wenn sich erste Wurzeln gebildet
haben.
Erfolgsrate: Hoch (80â95 %). Beste Jahreszeit:
MaiâJuli. Typische Fehler: Zu kurze Trocknungszeit (fĂŒhrt zu FĂ€ulnis),
zu feuchtes Substrat, sofortiges GieĂen nach dem Stecken.
Kindel und Ableger
Manche Arten bilden Seitentriebe oder Basalsprosse, die sich
leicht abtrennen lassen (z. B. E. mammillaris, E. horrida).
- Seitentrieb
möglichst nah an der Basis mit einem sauberen Schnitt abtrennen. - Schnittstelle
wie bei Stecklingen behandeln (Milchsaft stoppen, antrocknen lassen). - Nach
Kallusbildung in mineralisches Substrat setzen. - Bewurzelungsdauer:
2â4 Wochen.
Erfolgsrate: Sehr hoch (90 %+).
Aussaat
Relevant fĂŒr kugelförmige Arten (E. obesa, E.
meloformis) und geophytische Arten, die sich nicht vegetativ vermehren
lassen.
- Frisches
Saatgut verwenden â die KeimfĂ€higkeit von Euphorbia-Samen nimmt rasch ab. - Auf
feuchtes, mineralisches Substrat (feiner Bims/Perlite-Mix) auflegen â Lichtkeimer,
nicht mit Substrat bedecken. - Abdecken
(Klarsichtfolie, MinigewĂ€chshaus) fĂŒr hohe Luftfeuchtigkeit. - Keimtemperatur:
22â28 °C, idealerweise mit Tag-Nacht-Schwankung. - Keimung
nach 1â4 Wochen (je nach Art und Frische des Saatguts). - Nach
dem Keimen langsam an niedrigere Luftfeuchtigkeit gewöhnen. - SÀmlinge
wachsen im ersten Jahr sehr langsam â Geduld ist gefragt.
Erfolgsrate: Mittel (40â70 %, stark abhĂ€ngig von
SaatgutqualitĂ€t). Beste Jahreszeit: FrĂŒhjahr. Typischer Fehler:
Altes Saatgut verwenden, zu nass halten, Keimlinge der prallen Sonne aussetzen.
Teilung (Caudexbildende Arten)
Bei manchen Arten mit verzweigtem Caudex oder Cluster-Wuchs
ist Teilung möglich, aber heikel. Nur empfehlenswert bei erfahrenen Sammlern
und wenn die Pflanze groĂ genug ist. Schnittstellen mĂŒssen besonders sorgfĂ€ltig
abtrocknen (mindestens 1â2 Wochen).
Krankheiten & SchÀdlinge
Wurzel- und StammfÀule
Symptome: Weicher, breiiger Stamm oder Wurzelbasis,
brÀunlich-schwarze VerfÀrbung, unangenehmer Geruch, Pflanze kippt um. Ursache:
StaunĂ€sse, zu hĂ€ufiges GieĂen, zu organisches Substrat, GieĂen bei kalten
Temperaturen. GegenmaĂnahme: Befallene Teile groĂzĂŒgig bis ins gesunde
Gewebe wegschneiden. SchnittflÀche mit Holzkohle oder Schwefel behandeln,
mehrere Tage abtrocknen lassen, in frisches, trockenes Substrat umsetzen. Erst
nach 1â2 Wochen vorsichtig angieĂen. Vorbeugung: DurchlĂ€ssiges Substrat,
maĂvolles GieĂen, Winterruhe trocken halten.
WolllÀuse (SchmierlÀuse)
Symptome: WeiĂe, watteĂ€hnliche BelĂ€ge in
Blattachseln, an Triebspitzen oder zwischen Rippen. Klebrige Ausscheidungen
(Honigtau). Ursache: Trockene, warme Luft im Winter, geschwÀchte
Pflanzen, Neubefall durch Zukaufpflanzen. GegenmaĂnahme: Einzelne Tiere
mit einem in Alkohol (Isopropanol) getrÀnkten WattestÀbchen entfernen. Bei
starkem Befall systemische Insektizide auf Basis von Acetamiprid oder
Neem-PrĂ€parate einsetzen. Behandlung nach 10â14 Tagen wiederholen. Vorbeugung:
Neue Pflanzen in QuarantĂ€ne stellen, regelmĂ€Ăig kontrollieren, fĂŒr gute
Luftzirkulation sorgen.
WurzelwolllÀuse
Symptome: Pflanze kĂŒmmert trotz guter Pflege, beim
Austopfen weiĂe, wattige BelĂ€ge an den Wurzeln sichtbar. Ursache: Befall
durch WurzelschmierlĂ€use, oft unbemerkt eingeschleppt. GegenmaĂnahme:
Wurzeln grĂŒndlich reinigen, in frisches Substrat umtopfen, systemisches
Insektizid als GieĂbehandlung verabreichen. Vorbeugung: Substrat von
NeuzugĂ€ngen kritisch prĂŒfen, ggf. prophylaktisch mit Neem-Lösung gieĂen.
Spinnmilben
Symptome: Feine helle Sprenkelung auf den BlÀttern
oder der StammoberflÀche, bei starkem Befall feine Gespinste. Ursache:
Zu trockene und warme Luft, besonders an Heizungsstandorten im Winter. GegenmaĂnahme:
Pflanze grĂŒndlich abduschen (bei Arten mit BlĂ€ttern). Akarizide oder Raubmilben
einsetzen. Luftfeuchtigkeit temporÀr erhöhen. Vorbeugung: Nicht direkt
ĂŒber der Heizung aufstellen, gelegentlich BlĂ€tter besprĂŒhen (bei
Blatt-tragenden Arten).
Sonnenbrand
Symptome: WeiĂe bis brĂ€unliche, trockene,
eingesunkene Flecken, typischerweise auf der dem Licht zugewandten Seite. Ursache:
Plötzliche Umstellung von dunkel auf volle Sonne, typisch im FrĂŒhjahr. GegenmaĂnahme:
Pflanze an schattigeren Platz stellen. GeschÀdigtes Gewebe vernarbt mit der
Zeit, regeneriert sich aber nicht. Vorbeugung: Nach dem Winter ĂŒber 1â2
Wochen schrittweise an direkte Sonne gewöhnen.
FAQ â HĂ€ufig gestellte Fragen
Ist Euphorbia giftig fĂŒr Katzen und Hunde? Ja, alle
Euphorbien enthalten giftigen Milchsaft (Latex), der bei Hautkontakt Reizungen
und bei Verschlucken Ăbelkeit, Erbrechen und Durchfall auslösen kann. Der
Kontakt mit den Augen kann zu schweren Reizungen fĂŒhren. Euphorbien sollten
auĂerhalb der Reichweite von Haustieren und kleinen Kindern stehen.
Wie schnell wÀchst eine Euphorbia? Das hÀngt stark
von der Art ab. Schnellwachsende Arten wie E. trigona oder E.
tirucalli können pro Jahr 20â40 cm zulegen. Kugelförmige Arten wie E.
obesa wachsen dagegen nur wenige Millimeter pro Jahr. Geophytische
RaritÀten sind ebenfalls sehr langsam.
Kann ich meine Euphorbia im Sommer nach drauĂen stellen?
Unbedingt! Die Sommerfreilandkultur ab Mitte Mai ist im DACH-Raum sehr
empfehlenswert. Ein sonniger, regengeschĂŒtzter Platz (z. B. ĂŒberdachte Terrasse
oder Balkon unter einem Dachvorsprung) ist ideal. Vor dem ersten Frost
(spÀtestens Ende September) wieder ins Haus holen.
Warum wird meine Euphorbia weich und matschig? Der
hĂ€ufigste Grund ist WurzelfĂ€ule durch ĂberwĂ€sserung. Sofort aus dem Topf
nehmen, faulige Wurzeln und Stammteile wegschneiden, abtrocknen lassen und in
frisches, trockenes Substrat umsetzen. Weniger gieĂen und fĂŒr bessere Drainage
sorgen.
Kann ich eine abgebrochene Euphorbia retten? In den
meisten FĂ€llen ja. Den abgebrochenen Teil als Steckling verwenden:
Milchsaftfluss stoppen, 5â14 Tage antrocknen lassen, dann in mineralisches
Substrat stecken. Auch der Stumpf treibt bei vielen Arten neu aus.
Was mache ich, wenn ich Milchsaft auf die Haut bekomme?
Sofort grĂŒndlich mit Wasser und Seife abwaschen. Bei Augenkontakt mindestens 15
Minuten mit klarem Wasser spĂŒlen und Ă€rztliche Hilfe aufsuchen. Beim Arbeiten
mit Euphorbien immer Handschuhe tragen.
Muss ich meine Euphorbia im Winter weniger gieĂen?
Ja, deutlich weniger. Die meisten sukkulenten Euphorbien brauchen eine trockene
Winterruhe. Bei kĂŒhler Ăberwinterung (10â15 °C) reicht es, alle 4â6 Wochen
minimal zu wÀssern, damit die Feinwurzeln nicht komplett absterben. Bei warmer
Ăberwinterung etwas hĂ€ufiger, aber immer sehr zurĂŒckhaltend.
Warum blĂŒht meine Euphorbia nicht? Die hĂ€ufigsten
GrĂŒnde sind zu wenig Licht und eine fehlende kĂŒhle Winterruhe. Viele Arten
benötigen den KĂ€ltereiz, um BlĂŒtenknospen anzulegen. AuĂerdem brauchen manche
Arten (z. B. E. obesa) ein gewisses Alter und GröĂe, bevor sie blĂŒhfĂ€hig
sind.
Wissenswertes & Kurioses
Etymologie
Der Gattungsname Euphorbia geht auf Euphorbos
zurĂŒck, den griechischen Leibarzt des numidischen Königs Juba II. (52â50 v.
Chr. bis ca. 23 n. Chr.). Juba benannte eine kaktusÀhnliche Wolfsmilchpflanze
nach seinem Arzt, der sie als starkes AbfĂŒhrmittel verwendete. Carl Linnaeus
ĂŒbernahm 1753 den Namen fĂŒr die gesamte Gattung in seinem Werk Species
Plantarum. Der deutsche Name âWolfsmilch" bezieht sich auf den
giftigen Milchsaft: Im Mittelalter glaubte man, dass Wölfe damit vergiftet
werden könnten.
Taxonomie und aktuelle Umgruppierungen
Molekulargenetische Studien haben die Gattung Euphorbia
in vier Untergattungen gegliedert: Chamaesyce, Esula, Athymalus
und Euphorbia. Dabei wurden mehrere ehemals eigenstÀndige Gattungen
vollstÀndig in Euphorbia integriert, darunter Monadenium, Synadenium,
Endadenium, Pedilanthus und Elaeophorbia. FĂŒr Sammler
bedeutet das, dass in Ă€lteren BĂŒchern und auf Etiketten noch die alten
Gattungsnamen zu finden sind â beispielsweise ist Monadenium lugardiae
heute korrekt Euphorbia lugardiae.
Konvergente Evolution â das Kaktus-MissverstĂ€ndnis
Einer der faszinierendsten Aspekte der Gattung ist die konvergente
Evolution mit den Kakteen. Obwohl Euphorbien und Kakteen nicht nÀher
miteinander verwandt sind (sie gehören zu völlig verschiedenen
Pflanzenfamilien), haben sie unter Ă€hnlichem Selektionsdruck verblĂŒffend
Ă€hnliche Körperformen entwickelt â sĂ€ulenförmig, kugelförmig, mit Dornen
bewehrt. Dies ist eines der eindrucksvollsten Beispiele fĂŒr konvergente
Evolution im Pflanzenreich.
Biologische Besonderheiten und Rekorde
Die Gattung hÀlt mehrere botanische Rekorde: Sie ist eine
der artenreichsten Gattungen der BlĂŒtenpflanzen weltweit und besitzt eine der
gröĂten Spannweiten an Chromosomenzahlen im gesamten Pflanzenreich. Die
Cyathien-BlĂŒtenstruktur ist einzigartig â sie kommt in keiner anderen
Pflanzengattung vor. Der Milchsaft einiger Arten enthÀlt Diterpene, die in der
medizinischen Forschung untersucht werden â so wird der Wirkstoff
Ingenolmebutat aus E. peplus zur Behandlung aktinischer Keratosen
(Vorstufen von Hautkrebs) eingesetzt.
Kulturelle Bedeutung
Euphorbia pulcherrima, der Weihnachtsstern, ist eine
der weltweit meistverkauften Zierpflanzen. In vielen Regionen Afrikas werden
baumförmige Euphorbien als lebende ZĂ€une gepflanzt â die dichten StĂ€mme und der
giftige Milchsaft halten Vieh und ungebetene Besucher fern. In der
traditionellen chinesischen Medizin wird E. pekinensis (性æ,
dĂ jÇ) als eines der 50
grundlegenden HeilkrĂ€uter gefĂŒhrt.
NatĂŒrliche Hybridisierung
In der Natur hybridisieren einige Euphorbia-Arten, besonders
dort, wo ihre Verbreitungsgebiete ĂŒberlappen. In Kultur wird dies gezielt
genutzt: Besonders die Kreuzungen im Umfeld von E. obesa Ă E.
meloformis (sogenannte âHybobesa") und E. susannae Ă E.
bupleurifolia sind bei Sammlern beliebt und vereinen oft attraktive
Merkmale beider Elternarten.
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